Balticoros Flashmob durch die Hamburger Innenstadt - eine interessante Erfahrung

Unser Chor "Balticoro", mit Schwerpunkt auf baltischen Kompositionen, hat im letzten Jahr das "Da pacem domine" von Arvo Pärt ins Repertoire aufgenommen. Es ist ein sehr ruhiges, meditatives Stück mit der Bitte um Frieden, ideal z.B. für die Akustik einer Kirche.

 

Um festzustellen, wie unterschiedlich Räume zum Klingen gebracht werden können, hatten wir beschlossen, an einem Samstag einige Kirchen sowie das Rathaus in einem Flashmob einer ‘Klangtauglichkeit’ zu unterziehen. Da Flashmobs spontan sind, tauchten wir am 25. April unangemeldet an verschiedenen Orten auf, um zu singen.

 

Der Auftakt fand im Mariendom statt. Zwischen einer Taufe und einer Hochzeit sangen wir das ‘Da pacem, domine’ und wurden sogar um eine Zugabe gebeten. Diese widmeten wir dem Brautpaar, das sich sehr darüber freute. Nach einigen Dankesworten des Pfarrers ging es weiter zu St. Jacobi, wo wir ganz anders begrüßt wurden.

 

In der nahezu leeren Kirche wurde uns bedeutet, dass wir zuvor eine Genehmigung hätten einholen müssen und es nicht gestattet sei, in der Kirche zu singen. Da unser Chorleiter der Meinung ist, dass Singen auch eine Form des Betens ist, stellten wir uns im Seitenschiff auf und ‘beteten’.

 

In der nächsten Kirche, St. Petri, waren die Anwesenden sehr bewegt und dankten uns. Auch anschließend in der gut besuchten Rathausdiele wurde es nach unseren ersten Tönen plötzlich ganz still und alle hörten interessiert zu. Am Ende gab es begeisterten Applaus.

 

Nach einem Abstecher zu St. Nikolai, dem Mahnmal für die Opfer des zweiten Weltkriegs, wo wir unsere Bitte um Frieden erklingen ließen, sangen wir dann im Michel, genau zu der Zeit, als der Organist proben wollte. Er war nicht wirklich begeistert und wies darauf hin, dass solche Auftritte angemeldet werden müssen und wir Foto- und Tonaufnahmen unseres Auftritts im Michel nicht veröffentlichen dürfen.

In Trinitatis fand gerade die Generalprobe eines Ensembles vom "Nordklang-Festival" statt, so dass wir diesen Kirchenraum leider nicht ‘testen’ konnten. So musste der Bahnsteig der S-Bahn ‘Königstraße’ als Ersatz dienen. Dafür gab es Applaus und vor allem erstaunte Gesichter in der vorbeifahrenden S-Bahn.

 

Fazit: Der Flashmob hat uns allen viel Spaß gemacht. Es war interessant im öffentlichen Raum zu singen und die unterschiedlichen Gegebenheiten mit dem immer gleichen Lied zu erleben. 

Es wird bestimmt wieder einen Balticoro-Flashmob geben. Ob mit oder ohne Voranmeldung wird sich noch zeigen.

Fotos: Gabriele Rennert

Balticoro ist Mitglied im Chorverband Hamburg e.V.

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